Red Bull X-Alps 2015 - Interview mit Manuel Nübel

VON HIKE&FLY.INFO · 21. April 2015

 

Während des Bewerbs müssen Strecken von mehr als 50 km zu Fuß zurück gelegt werden. Wie bereitet man sich im Vorfeld auf solche Laufstrecken vor?

„Zunächst muss Grundlagen-Ausdauer trainiert werden um das Herz-Kreislaufsystem flott zu bekommen, das kann mit verschiedenen Ausdauersportarten wie z.B. Fahrradfahren, Schwimmen, Rudern, usw. passieren“

Orientierst du dich an deinem Puls? Wenn ja in welchen Pulsbereich bist du deiner Meinung nach am leistungsfähigstem? Oder ist das reine Gefühlssache?

„Ja! Eine Pulsuhr gibt einem einen super Feedback über seine eigene Leistungsfähigkeit. Grad am Anfang war es für mich schwierig ohne Pulsuhr zu verstehen, was mein Trainingsplan genau von mir fordert und hab meistens zu hochpulsig trainiert. Mit der Uhr weiß ich genau in welchem Leistungbereich ich mich befinde und kann somit das Training optimal einhalten.

Da der Wettkampf so lange geht und eine gute Regeneration wichtig ist, laufen wir größtenteils im aeroben Bereich (Kaum, wenig Laktatbildung). Das erhöht die Aerobe Schwelle nach oben.“

Welches Schuhwerk wirst du für den Bewerb verwenden?         

„Ich habe das Glück genau 100m neben dem bekannten „Laufsport Saukel“ in Kempten zu wohnen. Dort kann man sich via Laufanalyse die Schuhe perfekt auf seinen Körper anpassen lassen. Ich habe im Moment Adidas Terrex Trailrunningschuhe und welche für die Straße.“

Worauf legst Du bei der Wahl des Schirms mehr wert? Leistung oder Sicherheit?

„Leistung! Ich fliege schon 10 Jahre Wettkampfschirme und habe dabei kaum gefährliche Situationen gehabt. Unter dem LM5 fühle ich mich wirklich super wohl. Ich hätte mir auch Zweileiner vorstellen können, das KO-Kriterium war hierbei nicht einmal das Gewicht sondern eher das Start-/Lande- und Packhandling.“

Wie planst Du die Flugstrecke? Welche Schlüsselstellen werden genau unter die Lupe genommen? Bzw. wo vermutest Du Schlüsselstellen auf der Strecke.

„Ich schaue mir die Flugstrecke detailliert in Google Earth und auf Wanderkarten an. Wetter, Tageszeit, Basishöhe, Wind und Wetterprognosen bilden extrem viele Faktoren die es unmöglich machen die Route im Vorfeld genau zu definieren. Vielmehr analysieren wir verschiedene Szenarien und überlegen uns Pläne dafür. Wichtig ist, dass man die Gegend sehr gut kennt. Zu wissen wo Startplätze, Wanderwege, Übernachtungsplätze, Hütten und befahrbare Straßen sind ist elementar.

Gerade im Gebiet Kampenwand-Zugspitze, Meran-Brenta, Brenta-St-Moritz waren bisher kaum Wettkämpfe, gute XC-Routen oder andere Gründe dort herumzufliegen. Deshalb denke ich, dass die Route 2015 selbst für erfahrene X-Alpsteilnehmer oft absolutes Neuland beinhaltet.

Ich werde im Vorfeld viel Zeit investieren diese über mehrere Tage und zu verschiedenen Bedingungen zu erkundschaften.“

Wie läuft die Entscheidung bei schlechten Startbedingungen am Berg ab: Analyse, Gefühl oder Hoffnung?

„Ich denke ein Mix aus allen drei Komponenten.“

Wie geht ihr mit subjektiven, also von euch selbst ausgehenden, Gefahren um? Z.B:. Erschöpfung , Selbstüberschätzung, Erfolgsdruck

Bereitet ihr euch darauf vor diese zu vermeiden, und wenn wie?

„Wir analysieren potentielle Gefahren im Vorfeld und überlegen uns wie wir damit umgehen.“

Wie schnell könnt ihr zwischen stundenlangem gehen auf Flugmodus umschalten. Die Erfahrung zeigt, dass man beim gehen/laufen oft in einen gedankenfreien oder träumerischen Zustand kommt. Wie schaltest Du am Start auf 100%ige Konzentration um?

„Das kommt bei mir ganz automatisch, sobald ich abhebe bin ich im Flugmodus und auch meistens im Racemodus.“

Wie wirkt sich Erschöpfung auf deine Reaktionsfähigkeit bzw. richtige Entscheidungsfähigkeit aus?

„Stark! Ich denke nicht, dass ich deshalb oft falsche Entscheidungen treffe, aber in schwierigen Situationen behälte ich nicht so gut die Nerven, wie man es tun sollte. Das kann das vorzeitige Rausfliegen aus einem ekligen, aber gutem Bart sein oder das ungeduldige Verlassen aus einem schwachen aber wichtigen Aufwind.“

                       

Supporter

Welche Beziehung hast du zu deinem Supporter? Warum hast Du Dich für deinen jetzigen Supporter entschieden? Gibt es da spezielle Kriterien?

Er ist einer meiner besten Freunde.

Ich kenne ihn schon viele Jahre.

Wir verstehen uns sehr gut.

Er ist Sportarzt auf ähnlichen Runningevents (Transalpin, 4Trails, usw.) und hat so viele Erfahrung an Stellen wo sie mir fehlt.

War selbst schon Ausdauersportler (Rennrad) und weiß wie man ein Training gezielt ansetzt.

Kann gut organiseren, ist strukturiert und das auch noch unter Stress.

Er fliegt Gleitschirm.

Er kennt die Alpen gut.

Wie groß ist das Mitspracherecht Deines Supporters? Wenn z.b sehr grenzwertige Bedingungen herschen, fragsrt du ihn nach seiner Meinung? Wie weit berücksichtigst Du diese Meinung?

Bzgl. Laufangelegenheit gebe ich ihm Feedback und er hat im Endeffekt die Entscheidungskraft.

Beim Fliegen ist das andersrum. Ich weiß sehr gut was ich kann und was nicht, bin eigentlich immer sehr sicherheitsorientiert. Mir ist aber bewusst, dass ich im Wettkampf im Racemodus sein werde und stark an die Grenzen gehen werde. Ich denke ich weiß auch im Wettkampf-Zustand wann wirklich Schluss ist, spätestens wenn er vehement seine Bedenken äußert. Wenn ich trotzdem der Meinung bin, dass eine bestimmte Situation machbar ist, liegt die Entscheidungskraft bei mir.  Das Gute ist, dass mich Übermüdung eher ängstlicher werden lässt.

Thema Ernährung: Was wirst du während des Tages zu dir nehmen um dich fit zu halten bzw. wie schaut der Speiseplan für das Rennen aus? 

Ich werde zu den Hauptmahlzeiten viele kleine Mahlzeiten zu mir nehmen und zwischendurch auch einige Nahrungsergänzungsmittel (Elektrolyte, Eiweiß, usw.) zu mir nehmen

 

Persönliches

Worauf freust Du dich Besonders?

„Auf imposante Landschaften und Eindrücke, auf das Gerace und schließlich natürlich auf den Flug vom Mt. Gros.“

Wo siehst Du deine persönlichen Stärken und Schwächen?

„Ich sehe meine Schwäche darin, dass ich erst seit einem guten Jahr richtig aktiv Laufsport mache.

Meine Stärken sind das schnelle Fliegen in schwierigen Bedingungen.“

Welches Ziel hast du dir persönlich gesteckt eine gute Platzierung oder eine bestimmt Zeit?

„In der Zeit in Monaco ankommen.“

 

Tom de Dordolots hatte beim letzten Mal z.b immer seine Angel dabei.

Hast Du jetzt schon etwas von deiner Ausrüstung was du auf jeden Fall nicht missen möchtest? Leucotape, Kinesiotape,…

Meine In-Ears Kopfhörer! Ich höre beim Laufen sehr gern Musik.

 

 

www.adidas.de/manner-terrex

www.luftikus-flugschule.de

www.freiraum-info.de

www.leki.com/de





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